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Liebe Reutlinger CDU Fraktion,

ich habe eure Statements zum Metzgerstraße in den heutigen Ausgaben der Regionalzeitungen nun mehrfach gelesen. Ich wollte euch einfach verstehen. Doch, was soll ich sagen, es ist mir bis jetzt noch nicht gelungen.

Worum geht es?
Natürlich darum, dass ihr nun auch auf den Zug der alten Tante SPD gesprungen sei (Ihr könntet ja sonst was verpassen) und euch auf schönen Fotos in der Metzgerstraße der Presse-Öffentlichkeit gestellt habt.
Richtig, auch habt Ihr was dazu gesagt, nein nich zum Bild, sondern zur Metzgerstraße. Ihr habt zum Beispiel zum besten gegeben, dass zu viel Durchgangsverkehr durch diese innerstädtische Straße fahren würde. O.k., ihr habt insofern recht es es fahren zu viele Autos durch diese Straße.
Nur das Problem ist nicht der Durchgangsverkehr, da hätte ein Blick in eure bisherigen Unterlagen zum Verkehrsentwicklungsplan sicherlich eines Besseren belehrt: es ist zum einen der von euch genannten Ziel und Quellverkehr, und zum anderen der Parksuchverkehr.

Ihr wollt, dass der „Pfropf“ (wie ihr das Durchfahrtverbot für Autofahrer zwischen Schul-und Schmidtstraße nennt) und die Straße wieder ganz für den motorisierten Individualverkehr freigegeben wird. (Kopfschütteln) dann stellt ihr die Forderung auf, dass dieser Bereich „als verkehrsberuhigte Geschäftsbereich“ ausgewiesen werden soll in dem die Autofahrer dann maximal mit Tempo 20 km/h fahren sollen (nochmal Kopfschütteln), dass es den „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ rechtlich überhaupt nicht gibt, ist euch wohl wurscht.

Das Argument, dass ein Teil der ansässigen Händler es lieber sehen würde, dass die lauffaule Kundschaft mit dem Daimler bis ins Geschäft fahren kann, ist nicht neu. Man muss ihnen zugute halten, dass eine Nichtfleisch-, Nichtfisch-Lösung (heutiger Zustand) nicht gerade dazu geeignet ist, ihnen Laufkundschaft in die Läden zu spülen.
Allerdings -und das zeigen alle bekannten Beispiele von nicht überzogenen Ausdehnungen von Fußgängerzonen- würde eine Gesamtlösung für die Metzgerstraße im Sinne einer Fußgängerbereichs (zumindest in größeren Teilen) voraussichtlich gerade diesen Einzelhändlern weitere noch nicht erschlossene Kundschaft bringen.

Dass ihr den Vorstellungen der Grünen nach einem Shared Space Bereich n der Metzgerstraße etwas abgewinnen können fand ich klasse, ja ich rieb mir verwundert die Augen, um dann gleich wieder enttäuscht werden, denn euch ist aufgefallen, dass die Umgestaltung des Straßenraumes sicherlich auch etwas Geld kosten würde, und ihr nicht bereit seit „schon wieder Geld in die Hand zu nehmen“. Na ja, da habe ich mich wohl zu früh gefreut.

Auch euer Motto „Verkehr drin lassen aber Tempo unter “ lässt erkennen, dass es für die CDU noch ein weiter Weg ist, zu erkennen, dass eine lebenswerte attraktive Innenstadt und herum grugende Auspuffrohre zwei Gegensätze sind.

und als Randnotiz: auch die Freien Wähler waren in der besagten Metzgerstraße unterwegs und haben ihren Senf abgegeben, das Netteste was sie vom Stapel  ließen:“ die FWV fordert flankierend zu allen Tageszeiten ein umfassendes Controlling nebst konsequentem Einschreiten bei Übertretungen“, schon lange nicht mehr so über Politik gelacht.

kh

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